Die Darstellung von KI auf der Bühne

Die Darstellung von KI auf der Bühne

Immer mehr Menschen nutzen sie für immer mehr Dinge. Fast können wir ohne Internet schon gar nicht mehr leben.

Bereits unser erstes Theaterstück, CLICK & KUSS, basiert auf der Nutzung des Computers, denn die Figuren finden über eine Internet-Partnerbörse zueinander. In unserer Inszenierung ÜBERAL KATZE ist das Internet praktisch eine der Figuren, denn die zeitweiligen Besitzer der Leihkatze lernen die Katze nicht kennen und nutzen nicht die Informationen, die sie aus diesem Kennenlernen und aus der Beobachtung für ihre Betreuung gewinnen könnten, sondern vertiefen sich stattdessen in GOOGLE und suchen nach Internetblogs und Beschreibungen.

Mich beschäftigt also schon lange die immer stärkere Online-Bindung des Menschen, und nun ist auch noch die KI da, die im Alltag immer mehr Raum gewinnt. So sehr, dass sie allmählich zu einem unvermeidlichen Teil unseres Lebens wird. Langsam beginnt sie, die Rolle des Allmächtigen zu übernehmen, wir stützen uns in jeder Hinsicht auf sie.

Aber was ist, wenn sie uns anlügt? Was ist, wenn sie verzerrt? Was ist, wenn sie genau das antwortet, was wir hören wollen? Ohne echtes Wissen und ohne wirkliche Kenntnisgrundlage können wir das nicht überprüfen. Denn auch die Quelle, zu der wir greifen würden, ist wiederum nur im Online-Raum erreichbar.

Eine heikle Frage, auf die es keine Antwort gibt. So wie auch auf die Frage, ob ihr Auftreten uns in eine völlige Vereinsamung führt oder ob es noch einen Weg zurück gibt. Eines ist sicher. Die menschlichen Beziehungen werden sich unter dem Einfluss der KI verändern. Menschen mögen es, wenn man ihnen zustimmt, wenn es im Gespräch keinen Konflikt gibt, wenn man sie unterstützt. Aber was ist, wenn uns diese Gespräche in die Irre führen? Werden wir wegen dieser künstlichen, zugespitzten Gespräche irgendwann nicht mehr fähig sein, die Konfrontation miteinander auszuhalten? Wenn schon die kleinste Meinungsverschiedenheit einen Krieg auslöst?

Wenn wir das Theater der Zukunft bauen, dann müssen wir bald die bisherigen Stereotype abbauen, damit das Theater ein lebendiger gesellschaftlicher Spiegel bleiben kann. Das wiederum bedeutet, dass die KI auf der Bühne als „lebendige“ Figur erscheinen muss, in Echtzeit, als offenes Chatfenster, als Teil der menschlichen Kommunikation, so wie es auch in der Wirklichkeit geschieht. Das wird zu einer revolutionären Veränderung führen.

Schon bald beginnen wir mit der experimentellen Arbeit an der technischen Umsetzung, die das Publikum unseren Hoffnungen nach bereits 2026 auf der Bühne sehen kann.

Do Pick